Babysitten ist besonders für Teenager und Studenten eine Möglichkeit Geld zu verdienen oder das Taschengeld aufzubessern. Geld verdienen lässt sich mit dem Hüten des Nachwuchses anderer aber prinzipiell in jedem Alter.

Potentiellen Kunden schätzen aber auch die Erfahrung von Erwachsenen und Rentnern. Der Umgang mit Kindern stellt für sie eine Bereicherung dar und ist oft auch eine Option, Einsamkeit und sozialer Isolation zu entgehen.

Wer mit Babysitten Geld verdienen möchte, sollte allerdings einige Dinge beachten…

Für wen eignet sich Babysitten als Nebenjob?

Wie bereits angesprochen, ist Babysitten für alle Altersgruppen ein geeigneter Nebenerwerb. Man bleibt flexibel und kann sich seine Zeit gut einteilen. Meist fällt Babysitting in die Abendstunden, so dass dies für Schüler und Studenten gut mit den Schul- und Uni-Zeiten vereinbar ist.

Bei jungen Menschen, die sich später beruflich mit der Erziehung von Kindern beschäftigen möchten, stellt Babysitten einen guten Einstieg dar. Wer seine Tätigkeit im Lebenslauf erwähnt, hat vielleicht sogar bessere Chancen auf eine Stelle in Kitas oder Schulen.

Erwachsene, die selbst bereits Kinder haben, bringen natürlich die besten praktischen Voraussetzungen mit, um den Nachwuchs nicht nur zu beaufsichtigen, sondern auch bei den Hausaufgaben zu unterstützen und auf kindliche Probleme mitfühlend einzugehen.

Sind die eigenen Kinder aus dem Haus, stellen sich bei Personen im Rentenalter schnell Frust und Langeweile ein. Babysitten ist eine hübsche Abwechslung, eine Möglichkeit, geringfügige Renten aufzubessern und eine Bereicherung für den Alltag älterer Menschen.

Wie lassen sich Kunden finden?

Ihre ersten Kunden finden Menschen, die Babysitten möchten meist im Freundes- oder Bekanntenkreis. Wird die Frage: „Kannst Du nicht mal auf meine Tochter aufpassen?“, bejaht, spricht sich dies schnell herum und es lässt sich ein kleines Netzwerk mit vielleicht sogar regelmäßig erteilten Aufträgen aufbauen.

Schwieriger wird es für Studenten, die an ihrem Studienort niemand kennen. Diese müssen zunächst auf sich aufmerksam machen. Beispielsweise durch die Verteilung von Flyern oder Visitenkarten. Dies kann in der Uni, in Kindereinrichtungen oder in Parks und Freizeiteinrichtungen geschehen.

Beliebt und häufig genutzt ist auch das “schwarze Brett”, also Pinnwände die sich häufig in Supermärkten finden. In meinem Heimatort beispielsweise im Kassenbereich von Edeka und Kaufland. Dort lässt sich schnell, einfach und kostenlos auf die Dienstleistung als Babysitter hinweisen.

Einen guten Einblick erhalten potentielle Kunden, wenn eine eigene Website erstellt wird. Dort kann über die Motivation, mit Kindern zu arbeiten berichtet werden. Ein kurzer Lebenslauf und mögliche Referenzen erhöhen die Vertrauenswürdigkeit und damit die Chance, bald von möglichen Kunden kontaktiert zu werden.

Man kann sich auch selbst auf die Suche begeben. Viele Menschen schauen im Internet nach einem Babysitter. Die Suche nach entsprechenden Webseiten und Facebook-Gruppen ist besonders in größeren Städten erfolgversprechend.

Tipp: Wer noch keine Referenzen besitzt und nach seinem ersten Auftrag auf der Suche ist, kann auch über eine Online-Agentur versuchen, an Kunden zu kommen.

Was verdienen Babysitter?

Entlohnt wird ein (Gelegenheits-) Babysitter-Job in der Regel auf Verhandlungsbasis. Die Eltern werden einen Preis vorschlagen. Der Babysitter ist damit einverstanden oder nicht. Dies gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die sich ein kleines Taschengeld verdienen möchten.

Mein Tipp aus eigener Erfahrung:
Wer sich bereits “einen Namen gemacht” und eine positive Reputation aufgebaut hat, kann Preise vorgeben! Eltern zahlen auch 20 Euro die Stunde (oder mehr?), wenn Sie wissen dass ihr Kind in sehr guten und erfahrenen Händen ist.

Achtung: Wer jünger als 15 Jahre ist, benötigt die Erlaubnis der Eltern und darf maximal zwei Stunden am Tag arbeiten.

Wenn über 18-jährige Babysitten, stellt sich die Situation etwas anders dar. Für volljährige Babysitter gilt das Mindestlohngesetz. Der Stundenlohn ist festgelegt und darf nicht unterschritten werden. Derzeit muss ein volljähriger Babysitter pro Stunde mindestens 9,50 Euro erhalten. (Stand: 2021)

Generell gilt:
Der Verdienst richtet sich auch nach den zu erwartenden Aufgaben und der eigenen Qualifikation. Es macht einen Unterschied, ob das Kind nur während des Schlafens beaufsichtigt werden soll oder ob eine Betreuung tagsüber gewünscht wird, die auch Spielen, Lernen und Essen zubereiten beinhaltet.

Dabei können sich deutliche Unterschiede in der Bezahlung ergeben:

Alter und Qualifikation Tätigkeit Entlohnung
Schüler, 16 Jahre 2 Stunden Abendbetreuung 10 Euro
Studentin, 19 Jahre 2 Stunden Abendbetreuung 19 Euro (Mindestlohn)
Babysitter, 22 Jahre
mit Diplom oder guter Reputation
2 Stunden Abendbetreuung 15 – 25 Euro je Stunde
(= 30 – 50 Euro)

Mehr Geld lässt sich verdienen, wenn neben der reinen Beaufsichtigung weitere Tätigkeiten inkludiert werden. Auch…

  • Hausaufgabenbetreuung
  • Nachhilfe
  • Abholdienste (Kita, Schule, Freizeiteinrichtungen)
  • Zubereitung der Mahlzeiten
  • Langzeitbetreuung über Nacht oder am Wochenende

… lassen sich ganz wunderbar zusätzlich anbieten.

Als Babysitter mit erweitertem Aufgabengebiet ist es möglich, 15 bis 25 Euro pro Stunde zu verdienen.

Tipp: Wer die Kinderbetreuung an Sonn- und Feiertagen übernimmt, kann das Doppelte des vereinbarten Stundenlohnes verlangen.

Wie sollte die Bezahlung erfolgen?

Wer als Schüler gelegentlich auf das Kind von Freunden oder Nachbarn aufpasst, wird seinen Lohn direkt auf die Hand bekommen. Dies ist als Freundschaftsdienst zu werten und der Betrag ist nicht an das Mindestlohngesetz gebunden.

Einmalige Betreuungstätigkeiten von Studenten und Erwachsenen werden ebenfalls nicht tarifrechtlich geregelt. Der Babysitter kann jedoch auf die Zahlung des Mindestlohnes bestehen. Die Entlohnung erfolgt meist nach abgeschlossener Betreuung. Ob das Geld bar übergeben oder auf ein angegebenes Konto überwiesen wird, kann individuell vereinbart werden.

Regelmäßiges Babysitting sollte abgesichert sein. Dies bietet den Minijobbern Vorteile. Sie sind dann durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies betrifft Unfälle während der vereinbarten Betreuungszeiten ebenso wie den Weg zum zu betreuenden Kind oder zurück nach Hause.

Wird der Tätigkeit regelmäßig nachgegangen und der Verdienst beträgt monatlich nicht mehr als 450 Euro, wird von einem Minijob gesprochen.

Als registrierter Minijobber besitzt der Babysitter eine Reihe von Vorteilen:

  • Unfallversichert
  • Mindestlohn
  • keine steuerlichen Abzüge
  • geregeltes Einkommen

Wichtig: Das jährliche Einkommen als Minijobber darf 5.400 Euro nicht übersteigen.